Der zehnte Jahrgang besucht die Ausstellung „Holo Voices“ am UNESCO-Weltkulturerbe Zeche Zollverein
von: Stefan Schneider
Am Montag, dem 12. Oktober, und Dienstag, dem 13. Oktober, besuchte der gesamte zehnte Jahrgang unserer Schule das UNESCO-Weltkulturerbe Zeche Zollverein in Essen. Im Mittelpunkt des Besuchs stand die Ausstellung „Holo Voices“, die den Schüler*innen einen eindrucksvollen Zugang zur Geschichte der Zwangsarbeit und des Nationalsozialismus sowie zu modernen Formen der Erinnerungskultur ermöglichte. In drei abwechslungsreichen Workshops setzten sich die Jugendlichen intensiv mit historischen Ereignissen auseinander und reflektierten, wie Geschichte heute vermittelt, bewahrt und kritisch hinterfragt werden kann.
Workshop 1: Zwangsarbeit und Kriegsgefangenschaft im Nationalsozialismus Im ersten Workshop beschäftigten sich die Schüler*innen mit der Geschichte der Zwangsarbeiter*innen sowie der Kriegsgefangenen in der Region. Sie erfuhren, welche Menschen während der nationalsozialistischen Herrschaft zur Zwangsarbeit herangezogen wurden und unter welchen menschenunwürdigen Bedingungen sie leben und arbeiten mussten. Dabei wurde deutlich, wie eng die Ausbeutung und Entrechtung dieser Menschen mit der menschenverachtenden Ideologie des Nationalsozialismus verbunden waren. Die Auseinandersetzung mit den historischen Hintergründen verdeutlichte, welche Folgen Rassismus, Ausgrenzung und die systematische Missachtung der Menschenwürde haben können.
Workshop 2: Digitale Erinnerungskultur Der zweite Workshop widmete sich der digitalen Erinnerungskultur. Die Jugendlichen untersuchten unterschiedliche Formen der Geschichtsvermittlung im Internet und setzten sich sowohl mit Beiträgen von Privatpersonen als auch mit Inhalten öffentlich-rechtlicher Medien auseinander. Dabei diskutierten sie, wie historische Ereignisse digital dargestellt werden und woran sich die Qualität und Glaubwürdigkeit solcher Darstellungen erkennen lässt. Besonders im Fokus stand die Frage, wie sich wissenschaftlich fundierte Informationen von verzerrten Darstellungen, Falschinformationen und sogenannten Deepfakes unterscheiden lassen. Die Schüler*innen erprobten einen kritischen Blick auf digitale Inhalte und reflektierten, dass nicht jede Form der Erinnerung automatisch verlässlich oder historisch korrekt ist. Der Workshop machte deutlich, wie wichtig es ist, Quellen zu überprüfen, unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen und Informationen sorgfältig zu bewerten. Gerade in einer Zeit, in der digitale Medien unseren Alltag prägen, ist diese Fähigkeit eine wichtige Voraussetzung für einen verantwortungsvollen Umgang mit Geschichte.
Workshop 3: Begegnungen mit zwei Zeitzeugen durch Hologramme Der dritte Workshop ermöglichte den Jugendlichen eine besonders eindrucksvolle Begegnung mit zwei individuellen Lebensgeschichten. Vorgestellt wurden dabei die Schicksale zweier Menschen, die Konzentrationslager überlebt hatten. Anschließend konnten die Schüler*innen den digital als Hologramm dargestellten Zeitzeugen Fragen stellen und auf diese Weise in einen virtuellen Dialog mit ihnen treten. Diese Form der Begegnung machte den Workshop zu einem besonderen Erlebnis. Zum einen erhielten die Jugendlichen durch das authentische digitale Interview historischen Fakten, zum andern entstand durch den Dialog ein unmittelbarer Zugang zur Vergangenheit, der über die reine Wissensvermittlung hinausging. Die digitale Technik eröffnet dabei neue Wege, Zeitzeugenberichte auch für zukünftige Generationen zugänglich zu machen.




