Im Rahmen des Monats der Vielfalt nahm der gesamte 9. Jahrgang der Europaschule Dortmund am Projekt „Zweitzeugen“ teil. In klassenweise durchgeführten Workshops setzten sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit den Lebensgeschichten von Holocaust-Überlebenden auseinander. Begleitet wurden sie dabei von Referentinnen und Referenten des Zweitzeugen e. V.
Anhand persönlicher Biografien lernten die Jugendlichen die Folgen von Ausgrenzung, Antisemitismus und Rassismus kennen. Die Workshops vermittelten nicht nur historisches Wissen, sondern regten auch dazu an, über aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen nachzudenken. Durch Gespräche, interaktive Methoden und gemeinsame Reflexionen wurde deutlich, wie wichtig demokratische Werte, Respekt und ein verantwortungsbewusstes Miteinander sind.
Organisiert wurden die Workshops von der Demokratie-Werkstatt der Europaschule Dortmund im Rahmen des Netzwerks „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Die inhaltliche und organisatorische Leitung lag bei Frau Rihab Badreddine und Herrn Mauricio Cifuentes Lucic. Ermöglicht wurde das Projekt durch die Unterstützung des Dortmunder Integrationszentrums.
Der Workshop an der Europaschule Dortmund bildet den ersten Teil eines mehrstufigen Projekts. Im kommenden Schuljahr setzen die Schülerinnen und Schüler ihre Arbeit fort. Im Oktober steht der Besuch der Ausstellung „HoloVoices“ auf dem Gelände der Zeche Zollverein in Essen auf dem Programm. Dort begegnen sie den Geschichten von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen auf innovative Weise und vertiefen ihre Auseinandersetzung mit der Erinnerungskultur.
Das Projekt verfolgt das Ziel, junge Menschen zu ermutigen, Verantwortung zu übernehmen, Empathie zu entwickeln und Zivilcourage zu zeigen. Es leistet damit einen wichtigen Beitrag zur demokratischen Bildung und zur aktiven Erinnerungsarbeit an der Europaschule Dortmund.
Ein besonderes Zeichen gegen Antisemitismus setzte die Schulgemeinschaft bereits im Vorfeld. Als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ schrieben Schülerinnen und Schüler persönliche Briefe an den Shoa-Überlebenden Herrn Weintraub. Mit ihren Worten drückten sie Respekt, Anteilnahme und die Bedeutung des Erinnerns für kommende Generationen aus.
Mit Projekten wie „Zweitzeugen“ zeigt die Europaschule Dortmund, wie historisches Lernen lebendig gestaltet werden kann und wie Erinnerung dazu beiträgt, Verantwortung für Gegenwart und Zukunft zu übernehmen.
Text: Rihab Badredinne


